Worin liegt der Unterschied bei einem Standard- / Leichtgewicht- / Aktiv- / oder Multifunktionsrollstuhl ?

Die Bezeichnung "Standard-Rollstuhl" weist bereits darauf hin, dass diese Modelle generelle statt individuelle Funktionen beinhalten. Der Standard-Rollstuhl eignet sich für kurzfristige Transfers von Patienten oder für kurze Nutzungszeiten (z.B. beim Heraussetzen eines Patienten aus dem Pflegebett). Zurüst- oder Ausstattungsvarianten sind in begrenztem Umfang vorhanden. Aufgrund seines relativ hohen Gewichts ist er für Patienten weniger geeignet, die sich mit dem Rollstuhl über längere Strecken selbst bewegen wollen.

In der Vergangenheit war ein "Leichtgewicht-Rollstuhl" von seiner technischen Ausstattung im Wesentlichen ein Standard-Rollstuhl mit reduziertem Gesamtgewicht. Mittlerweile verlaufen die Grenzen fließend. So reicht das Spektrum bei Leichtgewicht-Rollstühlen vom Standardsortiment mit Bauteilen aus Aluminium zur Gewichtsreduktion bis hin zum anpassbaren Modell mit einer Vielzahl an Elementen, die aus dem Aktivbereich kommen. Anpassbarkeit der Sitzeinheit und des Fahrwerks, - in Kombination mit zahlreichen Ausstattungsvarianten und Zurüstoptionen -, gewährleisten eine individuelle Einstellung an den Benutzer zur Förderung einer wesentlich höheren Selbstständigkeit.

Entscheidendes Merkmal des "Aktiv-Rollstuhl" sind seine vielfältigen Anpassmöglichkeiten (Adaptionen). Er ist durch seinen Baukasten mit vielen Varianten auf den einzelnen Benutzer wie ein Maßanzug zu "schneidern". Je genauer die Anpassung an die individuellen Körpermaße, an die Funktionseinschränkungen (mit Option auf zukünftige weitere Anpassungen) und an die gewünschten Fahreigenschaften möglich ist, um so aktiver kann der Aktiv-Rollstuhl von seinem Benutzer im Alltag eingesetzt werden. Die individuellen Voraussetzungen des zukünftigen Benutzers sind deshalb bei diesen Modellen im Vorfeld zur Versorgung sehr detailliert abzufragen.

Kennzeichen eines "Multifunktions-Rollstuhl" sind in erster Linie seine vielfältigen Verstellmöglichkeiten. Er nimmt sich den individuellen Auswirkungen einer Krankheit oder Behinderung, den Therapiezielen und dem jeweiligen Grad der Selbstständigkeit im Lebensumfeld eines jeden Einzelnen an. Diese Rollstühle können sowohl als Mobilisationshilfe vom Liegen zum Sitzen als auch zur Unterstützung der Sitzposition dienen.

Zuletzt aktualisiert am 28. Oktober 2015 von Redakteur Rösemeier.

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